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Montag, 27. Dezember 2010
Narbenbruch
waly, 21:42h
Als sei es gerade eben erst passiert. Zwei Jahre liegen zwischen heute und vorhin, doch ein einziger Satz macht die Zeit ungültig.
Vernarbtes Gewebe schmerzt stärker und länger als frische Verletzungen. Jede Bewegung lässt die darin gespeicherte Erinnerung spüren. Es ist nicht die Klinge, die gerade sticht, es ist der Dorn, der durch die Lücke des Innersten herausragt.
Und doch bin ich nicht mehr dort, wo ich einst war. Ich bin lange gegangen, habe mit jedem Schritt das Ziehen gespürt, den Schmerz ausgehalten, die Wunde gereinigt, gesalbt und verbunden. Das Risiko bleibt, sich mit jedem Schritt erneut zu verletzen. Anhalten ist keine Alternative. Es ist nicht mehr nur mein Schmerz, es ist der Schmerz der anderen, den ich dort spüre, wo das Fleisch unregelmäßig zusammengewachsen ist. Zu gut kenne ich ihn, als dass ich ihn jemals leugnen könnte.
Vernarbtes Gewebe schmerzt stärker und länger als frische Verletzungen. Jede Bewegung lässt die darin gespeicherte Erinnerung spüren. Es ist nicht die Klinge, die gerade sticht, es ist der Dorn, der durch die Lücke des Innersten herausragt.
Und doch bin ich nicht mehr dort, wo ich einst war. Ich bin lange gegangen, habe mit jedem Schritt das Ziehen gespürt, den Schmerz ausgehalten, die Wunde gereinigt, gesalbt und verbunden. Das Risiko bleibt, sich mit jedem Schritt erneut zu verletzen. Anhalten ist keine Alternative. Es ist nicht mehr nur mein Schmerz, es ist der Schmerz der anderen, den ich dort spüre, wo das Fleisch unregelmäßig zusammengewachsen ist. Zu gut kenne ich ihn, als dass ich ihn jemals leugnen könnte.
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Samstag, 17. Januar 2009
waly, 01:16h
Wie vertraut ihr die Straße entlang geht. Sie hat ihren Arm um deine Hüfte, du schiebst mit der Hand ihren Rücken, dann hakt sie sich bei dir ein.
Ich weiß nicht, warum mich diese Geste berührt, denn wenn ich an dich denke, denke ich an den Schmerz, den du mir zufügtest. Du bist Meister darin, einen Menschen ganz nah an dich heran zu lassen, um ihn dann im nächsten Moment wegzustoßen. Das macht dich überlegen, weil du so Kontrolle über Menschen ausüben kannst. Im Grunde bist du ein bedauernswertes Geschöpf, das zu ängstlich ist, um wirklich zu vertrauen.
Manchmal denke ich, es ist nur beleidigter Stolz. Dann wiederum fühle ich diese Ungerechtigkeit. Doch vor allem stolpert mein Herz, läßt mich nach Luft schnappen und zeigt mir, daß es nicht mehr bereit ist, jeden hineinzulassen, daß es jetzt langsam mal gut sei und ich besser auf mich aufpassen sollte. Ich werde es in Zukunft wärmer einpacken müssen.
Ich weiß nicht, warum mich diese Geste berührt, denn wenn ich an dich denke, denke ich an den Schmerz, den du mir zufügtest. Du bist Meister darin, einen Menschen ganz nah an dich heran zu lassen, um ihn dann im nächsten Moment wegzustoßen. Das macht dich überlegen, weil du so Kontrolle über Menschen ausüben kannst. Im Grunde bist du ein bedauernswertes Geschöpf, das zu ängstlich ist, um wirklich zu vertrauen.
Manchmal denke ich, es ist nur beleidigter Stolz. Dann wiederum fühle ich diese Ungerechtigkeit. Doch vor allem stolpert mein Herz, läßt mich nach Luft schnappen und zeigt mir, daß es nicht mehr bereit ist, jeden hineinzulassen, daß es jetzt langsam mal gut sei und ich besser auf mich aufpassen sollte. Ich werde es in Zukunft wärmer einpacken müssen.
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Freitag, 2. Januar 2009
waly, 01:28h
Und dann erwache ich aus diesem Traum, in dem ich dich anrief und dann nicht mehr wußte, was ich dir sagen wollte und du sagtest, ich könne mich ja melden, wenn ich es wieder wisse und mein Herz ist so leicht, bis ich die Augen öffne und das Messer der Realität sich tief hineinbohrt in die alte Wunde und ich mich daran erinnere, daß es zwischen uns nichts mehr zu sagen gibt und mir deswegen die Worte fehlten.
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